Wichteln in der Familie: weniger Geschenke, mehr Freude
Von Robin Thüs · Stand:
Jedes Jahr dasselbe: zwanzig Geschenke für Tanten, Cousins und Schwiegereltern, viel Stress im Dezember und am Ende ein Berg Geschenkpapier. Wichteln macht es einfacher. Jede Person bekommt ein richtig gutes Geschenk statt vieler kleiner, und alle haben mehr Zeit für das, worum es an Weihnachten eigentlich geht.
Warum Familien wichteln
Eine einfache Rechnung: Wenn sich zehn Erwachsene gegenseitig beschenken, sind das 90 Geschenke. Beim Wichteln sind es zehn. Jede Person kauft nur noch eins und kann sich dafür mehr Gedanken machen. Oft ist sogar ein etwas höheres Budget drin, weil das Geld nicht mehr auf neun Leute verteilt wird.
Dazu kommt die Überraschung. Wer wen beschenkt, bleibt bis Heiligabend geheim, und das Raten beim Auspacken gehört für viele Familien bald zu Weihnachten dazu.
So organisiert ihr das Familienwichteln
- Alle ins Boot holen. Sprecht die Idee früh an, am besten im Oktober oder Anfang November. Gerade ältere Familienmitglieder brauchen manchmal etwas Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen.
- Klären, wer mitmacht. Nur die Erwachsenen oder alle? Auch die neue Freundin des Neffen? Legt die Liste fest, bevor ihr auslost.
- Budget festlegen. Eine Obergrenze, die für alle passt. Mehr dazu weiter unten.
- Auslosen. Auf Wichtelhut tragt ihr alle Namen ein, schließt Paare aus und lost aus. Ihr bekommt einen Link für die ganze Familie.
- Link in die Familiengruppe schicken. Jede Person öffnet ihn, tippt auf ihren Namen und sieht, wen sie beschenkt. Wie das per WhatsApp genau aussieht, steht in Wichteln per WhatsApp.
- Bescherung. An Heiligabend, am ersten Feiertag oder wann immer ihr zusammenkommt.
Paare und Haushalte ausschließen
Paare beschenken sich meist ohnehin. Damit sie sich beim Wichteln nicht gegenseitig ziehen, legt ihr Ausschlüsse fest. Bei Wichtelhut geht das pro Person: Du tippst an, wen sie nicht ziehen darf. Für ein Paar setzt du den Ausschluss in beide Richtungen.
Dasselbe könnt ihr für Leute machen, die zusammen wohnen, etwa Eltern mit erwachsenen Kindern im selben Haushalt. Und wer nicht schon wieder dieselbe Person beschenken möchte wie im letzten Jahr, kann auch diese Kombination ausschließen.
Nicht zu viel ausschließen
In kleinen Familien wird es mit vielen Ausschlüssen schnell vorhersehbar. Bei zwei Paaren mit Ausschluss weiß jede Person sofort, wen der eigene Partner gezogen hat. Wenn die Auslosung mit euren Ausschlüssen gar nicht aufgeht, sagt Wichtelhut Bescheid.
Und die Kinder?
Für Kinder gibt es drei gängige Lösungen:
- Nur die Erwachsenen wichteln. Die Kinder werden wie gewohnt von allen beschenkt. Das ist die häufigste Lösung, und die Kinder vermissen nichts.
- Eine eigene Kinderrunde. Die Kinder wichteln untereinander, mit kleinem Budget und mit Hilfe der Eltern beim Aussuchen. Für Kinder ab dem Grundschulalter macht das oft viel Spaß.
- Alle in einer Runde. Kinder ziehen genauso wie Erwachsene. Wer ein Kind zieht, sollte wissen, was es sich wünscht. Und wenn ein Kind einen Erwachsenen zieht, hilft ein Elternteil beim Geschenk.
Kinder, die noch nicht lesen können, schauen zusammen mit einem Elternteil auf ihr Los. Das Geheimnis bleibt dann eben ein Familiengeheimnis zu zweit.
Budget in der Familie
In Familien liegt das Budget unter Erwachsenen oft zwischen 20 und 50 Euro. Entscheidend ist, dass alle gut damit leben können. Sind Studierende oder Azubis dabei, wählt lieber eine Grenze, die auch für sie passt. Ein festes Budget nimmt zudem Druck raus: Niemand muss überlegen, ob das eigene Geschenk zu klein oder zu groß ist.
Wenn die Familie weit verteilt wohnt
Nicht alle sitzen an Weihnachten am selben Tisch? Die Auslosung klappt trotzdem, denn der Link funktioniert überall. Für die Geschenke gibt es zwei Wege: Ihr schickt sie per Post und packt gemeinsam in einem Videoanruf aus. Oder ihr verschiebt die Bescherung auf das nächste Treffen, zum Beispiel zwischen den Jahren. Plant für Pakete im Dezember genug Zeit ein.
Ideen fürs Familienwichteln
Weil jede Person nur ein Geschenk besorgt, ist mehr Platz für persönliche Ideen. Ein paar, die in Familien gut ankommen:
- Gemeinsame Zeit. Ein Gutschein für einen Ausflug, einen Kochabend oder einen Kinobesuch zusammen.
- Familienrezepte. Ein kleines Heft mit Omas Rezepten, aufgeschrieben oder abfotografiert.
- Fotos. Ein Fotobuch oder Kalender mit Bildern aus dem letzten Jahr.
- Etwas für ein Hobby. Wer gerne gärtnert, wandert oder backt, freut sich über etwas Gutes dafür.
- Wunschzettel. Wenn alle zwei oder drei Wünsche in die Familiengruppe schreiben, geht kein Geschenk daneben. Geheim bleibt trotzdem, wer wen beschenkt.
Für Familien, die es lustig mögen, ist auch Schrottwichteln oder Würfelwichteln am zweiten Feiertag eine schöne Ergänzung. Alle Grundregeln stehen in unseren Wichtel-Regeln.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Personen lohnt sich Wichteln in der Familie?
Ab etwa fünf oder sechs Erwachsenen. Darunter ist es oft einfacher, sich gegenseitig zu beschenken. Ab vier Personen bleibt die Auslosung aber schon geheim genug, um Spaß zu machen.
Wie schließe ich Paare beim Wichteln aus?
Bei Wichtelhut tippst du bei jeder Person an, wen sie nicht ziehen darf. Für ein Paar setzt du den Ausschluss in beide Richtungen: Anna darf Ben nicht ziehen, und Ben darf Anna nicht ziehen. Wichtelhut prüft danach, ob die Auslosung aufgeht.
Wann sollten wir für Heiligabend auslosen?
Am besten bis zum 1. Advent, also etwa vier Wochen vorher. Dann bleibt genug Zeit für Ideen, Bestellungen und Lieferzeiten.
Oma hat kein Smartphone. Kann sie trotzdem mitmachen?
Ja. Jemand aus der Familie öffnet den Link mit ihr zusammen, am Handy oder am Computer. Sie tippt selbst auf ihren Namen und sieht ihr Los. Wichtig ist nur, dass die Helferin oder der Helfer dabei wegschaut.
Bekommen die Kinder dann gar keine Geschenke mehr?
Das entscheidet ihr. In vielen Familien wichteln nur die Erwachsenen, und die Kinder werden wie gewohnt beschenkt. Ältere Kinder können auch eine eigene kleine Wichtelrunde bekommen.
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